Generative KI macht Werbemittel fast zum Nulltarif: Was früher Wochen und ein Produktionsbudget kostete, entsteht heute in Stunden. Die naheliegende Annahme lautet, dass mehr und günstigere Creatives auch zu besserer Werbeleistung führen. Meine Bachelorarbeit prüft genau diese Annahme — nicht im Labor, sondern an echten Kampagnen mit echtem Budget.
Grundlage sind 76 Werbemittel aus 28 realen Meta-Kampagnen einer Kölner Performance-Marketing-Agentur, zu denen ich als Werkstudent Zugang hatte. KI-gestützte und konventionell produzierte Creatives werden entlang der drei Kennzahlen verglichen, an denen sich digitale Werbung misst: Klickrate (CTR), Klickkosten (CPC) und Werberentabilität (ROAS).
Das Ergebnis widerspricht der gängigen Erwartung. KI-Creatives klicken nicht besser als handgemachte — sie ziehen im Schnitt gleichauf, ohne zu übertreffen. Auch der erhoffte Effizienzgewinn, nach dem mehr Varianten automatisch günstigere Klicks bringen, bleibt aus. Der stärkste Befund liegt woanders: Kampagnen mit hoher Variantenbreite schwanken in ihrer Rentabilität deutlich weniger — die Streuung des ROAS halbiert sich nahezu.
Creative Diversity wirkt damit nicht als Performance-Booster, sondern als Risikoausgleich. KI ist in der Praxis weniger das Werkzeug, das mehr gewinnt, als das, das seltener verliert — eine Versicherung gegen den schleichenden Wirkungsverlust (Ad Fatigue), der jede Kampagne mit der Zeit erodieren lässt.

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